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Papst besucht Erdbebenregion in Norditalien

Papst Franziskus hat am Sonntag die norditalische Stadt Carpi besucht und für den gelungenen Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2012 gedankt. Statt in den Trümmern des Lebens gefangen zu bleiben, gelte es mit Gottes Hilfe aus dem Schutt aufzustehen und mit geduldiger Hoffnung neu aufzubauen, sagte er bei einem Gottesdienst auf dem Domplatz. Die Kathedralkirche war nach der Beseitigung der Erdbebenschäden am 25. März wiedereröffnet worden.

Der Messe bei regnerischem Wetter wohnten mehrere Tausend Menschen bei. Mutmaßlich älteste Teilnehmerin war die 103-jährige Desdemona Lugli, die laut dem italienischen Fernsehen bekannte, sie habe "gestern vor Aufregung nichts gegessen". Im Dom traf Franziskus mit Kardinal Carlo Caffarra zusammen, dem emeritierten Erzbischof von Bologna. Das vatikanische Presseamt verbreitete ein Foto, das die beiden in Umarmung zeigt.
Caffarra gehört zu den vier Kardinälen, die von Franziskus im November öffentlich eine Klarstellung seiner Aussagen zu wiederverheirateten Geschiedenen verlangten. An der Eucharistiefeier in Carpi nahm der 78-jährige Caffarra als Konzelebrant teil.
Der Bischof von Carpi, Francesco Cavina, erinnerte in seinem Grußwort an das NS-Opfer Odoardo Focherini, einen katholischen Bürger der Stadt, der von 1942 an die Rettung von Juden organisierte und 1944 selbst nach Deutschland überführt wurde, wo er im Konzentrationslager Hersbruck an den Folgen einer Verletzung starb. Focherini erhielt vom Staat Israel die Auszeichnung als "Gerechter unter den Völkern". 2013 wurde er als Märtyrer seliggesprochen.
Bürgermeister Alberto Bellelli schenkte dem Papst einen Stein aus dem ehemaligen Durchgangslager Fossoli. Das Lager nördlich von Carpi diente ab 1943 als Internierungsort für italienische Oppositionelle und Juden. Nach dem Krieg wurden dort Flüchtlinge untergebracht.
Papst Franziskus mahnte in seiner Predigt, sich nicht von Pessimismus und Traurigkeit einschließen zu lassen. Das "Geheimnis des Leidens" gehöre zum Leben. Auch Christen stünden in der Versuchung, "in Angst zu versinken und zu grübeln, die eigenen Wunden zu lecken". Resigniert zu wiederholen, "dass alles schlecht läuft und nichts ist wie früher", schaffe jedoch "eine Grabesatmosphäre", so der Papst.
Angesichts der großen "Warum"-Fragen des Lebens stünden Gläubige vor der Wahl, "schwermütig auf die Gräber von gestern und heute zu blicken oder Jesus zu unseren Gräbern zu führen". Jeder habe "ein kleines Grab" in sich, sagte der Papst: "eine Wunde, ein erlittenes oder begangenes Unrecht, einen Groll, der keine Ruhe gibt, ein wiederkehrendes Schuldgefühl, eine Sünde, die sich nicht überwinden lässt". Statt allein in "den dunklen Grotten zu bleiben, die wir in uns haben", sollten Christen sich von Jesus "Wege des Lebens eröffnen" lassen, sagte Franziskus.
Am Mittag traf der Papst mit den Bischöfen der Region sowie mit Priestern und Seminaristen zusammen. Für den Nachmittag war ein Besuch im 25 Kilometer entfernten Mirandola vorgesehen. Dort wollte Franziskus vor dem Dom, der nach dem Erdbeben von 2012 noch immer unzugänglich ist, zur Bevölkerung sprechen und ein Blumengebinde für die Opfer des Unglücks niederlegen.
KNA

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