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"Nie wieder Krieg" – Papst besucht Ort von SS-Massaker

Papst Franziskus hat am katholischen Allerseelentag (Donnerstag) auf dem US-Soldatenfriedhof von Nettuno eine Messe für die Gefallenen aller Kriege gefeiert. Das traditionelle Totengedenken an Allerseelen nutzte er zu einem aufrüttelnden Appell gegen Kriege. Die Welt bereite sich wieder darauf vor, in Kriege zu ziehen. "Nie wieder Krieg, dieses sinnlose Gemetzel", sagte Franziskus vor den Gräbern Tausender junger Soldaten. Wer Konflikte beginne, meine eine neue Welt bringen zu können, aber die Konflikte endeten in einem "Reich des Schreckens und des Todes".

Anschließend besuchte Franziskus die Ardeatinischen Höhlen, den Ort eines SS-Massakers in Rom, um für die Opfer der dortigen Erschießungen zu beten. In den Ardeatinischen Höhlen wurden am 24. März 1944 auf Befehl der deutschen Wehrmacht 335 italienische Geiseln erschossen. Das Massaker war eine Vergeltung für einen Bombenanschlag von Partisanen, bei dem tags zuvor 33 Angehörige eines deutschen Polizeiregiments in Rom getötet worden waren. Den Abend beschließen wollte Franziskus mit einem Besuch in der Gruft unter Sankt Peter, um dort an den Gräbern verstorbener Päpste zu beten.

Vor der Messe auf der Kriegsgräberstätte für 7861 alliierte Gefallene schritt Franziskus schweigend zwischen den Gedenksteinen einher und legte zehn einzelne weiße Rosen auf den Stelen christlicher und jüdischer Soldaten nieder. Franziskus erinnerte dort auch an den ersten Atombombenabwurf der Geschichte in Hiroshima. Krieg sei nichts anderes als "Selbstzerstörung". Ähnlich hatte er bereits am Montag mit Blick auf zunehmende atomare Drohgebärden vor einem "Selbstmord der Menschheit" gewarnt.

An den Ardeatinischen Höhlen wurde der Papst vom römischen Oberrabbiner Riccardo Di Segni, von der Leiterin der jüdischen Gemeinde, Ruth Dureghello sowie von Nachfahren der Opfer erwartet. Er verzichtete dort auf Ansprachen und verharrte schweigend am Ort der Erschießungen. Anschließend legte er im benachbarten neuen Mausoleum für die Ermordeten weiße Rosen auf einzelnen Gräbern nieder. Di Segni sprach ein jüdisches Totengebet; danach betete auch Franziskus für die "Gefallenen der Freiheit und Gerechtigkeit".

Papst Benedikt XVI. (2005 bis 2013) hatte die Gedenkstätte im März 2011 gemeinsam mit Oberrabbiner Di Segni aufgesucht. Zuvor hatten 1965 auch Paul VI. (1963 bis 1978) und 1982 Johannes Paul II. (1978 bis 2005) den Ort des Massakers besucht.

KNA

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