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Kliniken verzeichnen Fachkräftemangel in Intensivpflege

Kliniken in Deutschland suchen laut einem Gutachten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) dringend nach Pflegekräften auf Intensivstationen. 53 Prozent der befragten Krankenhäuser hatten demnach im Herbst 2016 Probleme, Pflegestellen auf Intensivstationen zu besetzen, sagte DKG-Präsident Thomas Reumann am Dienstag in Berlin. Die Stellenbesetzungsprobleme hätten seit 2009 dramatisch zugenommen. Die Studie bezeichnete die aktuelle Situation auf den Intensivstationen trotz des Personalmangels als gut. Dem widersprach der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

Die Zahl der offenen Stellen im Bereich der Intensivpflege nahm laut Studie merklich zu. Bundesweit seien aktuell 3.150 Stellen oder sechs Prozent der Vollzeitstellen nicht besetzt. Reumann forderte die Gesundheitspolitik auf, "widerspruchsfreier" zu werden: "Wer mehr Personal und Personaluntergrenzen fordert, muss auch die Refinanzierung sichern." Um die Attraktivität des Pflegeberufes zu erhöhen, sei auch eine bessere Bezahlung nötig.
Aktuell ist die Versorgung von Intensivpatienten laut Gutachten "objektiv gut". 2015 sei im Schnitt eine Pflegekraft für 2,2 Fälle pro Schicht zuständig gewesen - womit entsprechende Experten-Empfehlungen von 2,0 Fällen fast erreicht worden seien. Zudem erfüllten drei Viertel aller Krankenhäuser die Fachkraftquote in der Intensivpflege. Diese liegt durchschnittlich bei 44 Prozent je Krankenhaus. 2015 seien auf zehn belegte Intensivbetten rein rechnerisch 6,9 Ärzte gekommen - was ebenfalls nah an die Vorgaben herankomme.
"Trotz dieser guten Daten kann aber nicht Entwarnung gegeben werden", heißt es weiter. Fast ein Drittel der Krankenhäuser (29 Prozent) hatte der Umfrage zufolge im Herbst 2016 auch Probleme, Arztstellen in ihren Intensivbereichen zu besetzen. Bundesweit seien rund 600 Vollzeitstellen oder vier Prozent der Vollzeitstellen in der Intensivmedizin unbesetzt.
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) widersprach dem Gutachten. Viele Beschäftigte zeichneten ein völlig anderes Bild von ihrem Arbeitsalltag als die Deutsche Krankenhausgesellschaft. "An der Fluktuation und einer Vielzahl unbesetzter Pflegestellen lässt sich inzwischen ablesen, dass Pflegefachpersonen nicht länger bereit sind, sich unter Wert zu verkaufen und miserable Bedingungen hinzunehmen", erklärte die Sprecherin Johanna Knüppel. "Über Jahre hat man ignoriert, dass Patienten in den Kliniken nicht nur Ärzte und Technik, sondern vor allem kompetente und verlässliche Pflege brauchen.“

KNA

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