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Kardinal Kasper: Abschaffung des Zölibats nicht zu erwarten

Aus Sicht des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Kasper ist eine Abschaffung des Zölibats durch Papst Franziskus nicht zu erwarten. "Das steht nicht auf der kirchlichen Tagesordnung, das hat der Papst gesagt", sagte Kasper der österreichischen Zeitung "Die Presse" am Mittwoch im Interview. Er sei überzeugt, dass die zölibatäre Lebensform der Priester in der katholischen Kirche die Normalform bleiben werde.

Mit Blick auf eine Aussage des Papstes zu einer möglichen Ausnahmeregelung für die Weihe sogenannter "viri probati", von in Ehe und Beruf erfahrenen Männern, betonte Kasper, hier liege der Ball bei den Bischofskonferenzen. "In dieser Frage kann es keine weltweite Einheitslösung geben. Dazu sind die Situationen zu verschieden."
Die jüngsten Diskussionen über den Kurs des Papstes sieht der Kardinal entspannt. "Es gab immer Auseinandersetzungen und Dialog in der Kirche. Es wäre ja langweilig, wenn alle die gleiche Meinung hätten", betonte er. Die Diskussionen sollten jedoch in einer Weise geführt werden, die "gegenseitigen Respekt" bezeuge, betonte er. So sei etwa die von Papstkritikern gefälschte "Osservatore Romano"-Ausgabe "kein anständiges Mittel, um sich auseinanderzusetzen".
Kritisch äußerte sich Kasper erneut zum Brief mit den "dubia" (Zweifeln) der Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Burke, Carlo Caffarra und Joachim Meisner. "Jeder Christ kann dem Papst Zweifel vortragen. Ich hielt es nicht für eine gute Idee, dass die Kardinäle den Brief veröffentlichten. Das hat den Eindruck einer Grundsatzopposition oder gar Aufstands erweckt." In dem Schreiben hatten die vier Kardinäle dem Papst Fragen mit der Bitte um Klärung vorgelegt. Dabei ging es konkret um den Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene.
Kasper bekannte sich in diesem Zusammenhang zu den Aussagen des Papstschreibens "Amoris laetitia". Es sei klar, dass der von Franziskus aufgezeigte Weg sich durchsetzen werde. Der Kardinal betonte, er sei "dankbar" für das Schreiben. Die Diskussion über Sexualität, Ehe und Familie sei nötig. "Das sind Wirklichkeiten, die jeden betreffen." Sie seien grundlegend für die Gesellschaft. "Der Papst vertritt Positionen, die auf dem Boden des Evangeliums stehen, hilfreich sind für die Menschen und Orientierung geben."

KNA

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