NACHRICHTEN

Jesidin fordert mehr Hilfe für ihre Minderheit

Die Jesidin und Buchautorin Farida Khalaf fordert mehr Unterstützung für die religiöse Minderheit. "Hilfe ist das Erste, das ich mir für Jesiden wünsche, damit die vom 'Islamischen Staat' Entführten zurückkehren können", sagte Khalaf am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Auch müssten die im Irak lebenden Jesiden in ihre Dörfer zurückkehren können.

Die junge Frau forderte zudem, dass die Gewalt gegen die religiöse Minderheit als Völkermord anerkannt werde. Wenn die Jesiden nicht mehr friedlich in ihrer Heimat leben könnten, sollten sie nach Europa ausreisen dürfen.

Farida Khalaf ist Autorin des Buches "Das Mädchen, das den IS besiegte". Sie erzählt darin, wie sie von Soldaten des IS misshandelt und vergewaltigt wurde. Sie wolle den Frauen eine Stimme geben, damit sie ihr Recht einfordern könnten, wenn der IS angeklagt wird, sagte Khalaf.

Der Religionswissenschaftler Michael Blume erklärte, er sehe den Islam in einer Krise. Die islamische Kultur sei durch ein Verbot des Buchdrucks im 15. Jahrhundert im osmanischen Reich stark ins Hintertreffen geraten. Bei immer mehr Muslimen wüchsen angesichts von Gewalt, Krieg, Korruption und Rückständigkeit ihrer Gesellschaften die Glaubenszweifel; sie wendeten sich von der Religion ab. Allerdings geschehe dies aus Angst vor Sanktionen durch die Öffentlichkeit oder die eigene Familie noch weitgehend im Verborgenen.

KNA

Heiliger des Tages

Umfragen

Bistum Augsburg

Service

Info-Links