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Israel droht mit harten Sanktionen - Papst mahnt zu Frieden

Die Lage in Jerusalem und im Westjordanland bleibt weiter angespannt. Bei Ausschreitungen kamen am Wochenende laut Medienberichten zwei weitere Palästinenser ums Leben, die Zahl der Todesopfer auf palästinensischer Seite stieg damit auf fünf. Die israelische Regierung kündigte nach dem Mord an drei Mitgliedern einer jüdischen Familie in der Siedlung Halamisch im Westjordanland Vergeltungsmaßnahmen an. Papst Franziskus rief beide Seiten zu "Mäßigung und Dialog" auf.

Man werde das Haus, in dem der 19 Jahre alte palästinensische Mörder der israelischen Siedler wohnte, abreißen lassen, gab der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag bekannt. Mehrere Regierungsmitglieder, darunter der nationalreligiöse Erziehungsminister Naftali Bennett, forderten Medienberichten zufolge die Todesstrafe für den Täter.
Der sephardische israelische Oberrabbiner Jitzhak Josef kommentierte den Mord vom Freitagabend laut der israelischen Online-Zeitung "Ynet-News" mit den Worten: "Wenn wir wissen, dass ein Terrorist kam, um das jüdische Volk zu verletzen, müssen wir ihn töten, nicht nur verwunden."
Papst Franziskus sagte beim sonntäglichen Mittagsgebet auf dem Petersplatz, er beobachte die Spannungen und die Gewalt mit großer Sorge. Die Christen sollten um den Willen zu Versöhnung und Frieden bei den Beteiligten beten, so das katholische Kirchenoberhaupt.
Israelische Sicherheitskräfte brachten am Sonntagmorgen am Löwentor zum muslimischen Altstadtviertel Überwachungskameras an. Diese sollen die bereits seit vergangenem Sonntag verschärften Sicherheitsmaßnahmen verstärken. Unklar ist, ob sie die umstrittenen Metalldetektoren an den Zugängen zum Tempelberg ersetzen oder ergänzen. Berichten zufolge wurde Journalisten der Zugang zum Gebiet rund um das Löwentor aus Sicherheitsgründen verwehrt. Andere zivile Besucher konnten den Bereich demnach betreten.
Die islamische Wakf-Behörde kritisierte auch die neuen israelischen Sicherheitsmaßnahmen scharf und rief die Vertreter der arabischen und islamischen Länder einschließlich Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und Jordaniens König Abdullah II. dazu auf, den Druck auf Israel zu erhöhen.
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul-Gheit, warf Israel vor, mit dem Feuer zu spielen. Das Vorgehen in Jerusalem bezeichnete er als Provokation für alle Araber und Muslime. Für Sonntagabend war eine Krisensitzung zwischen Israels Kabinett und Palästinenservertretern zur gegenwärtigen Lage geplant. Die Lage in Nahost soll auch am Montag im UNO-Sicherheitsrat in New York erörtert werden.
Auslöser der jüngsten Gewaltwelle war eine Schießerei, bei der am 14. Juli zwei israelische Soldaten getötet und ein weiterer verletzt worden waren. Die drei arabisch-israelischen Angreifer wurden auf der Flucht erschossen. Israel hatte als Reaktion die Freitagsgebete auf dem Tempelberg untersagt sowie die heilige Stätte für mehrere Tage abgeriegelt.

KNA

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