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Ex-Pfarrer von Zorneding: Rassismus ist immer gottesfeindlich

Der frühere Pfarrer von Zorneding, Olivier Ndjimbi-Tshiende, sieht Rassismus als eine Anfrage "an uns und die Kirche". Denn diese predige die Liebe als das höchste Gebot Jesu Christi, damit sei Rassismus als eine Tat gegen die Liebe "immer gottesfeindlich", sagte der aus dem Kongo stammende Priester der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Am Montag erscheint sein Buch "Und wenn Gott schwarz wäre - Mein Glaube ist bunt".

Darin entwirft der katholische Priester, der wegen Morddrohungen und rassistischen Anfeindungen im März 2016 die oberbayerische Pfarrei östlich von München verließ, seine Vision von einer Kirche der Zukunft. Papst Franziskus ist für ihn der Hoffnungsträger schlechthin. Denn dieser nehme das Wort Gottes ernst. "Er redet nicht nur davon, sondern er lebt es und will die Menschen dazu bringen, dass sie das auch tun."

Dem Wort Jesu folgend sind für Ndjimbi-Tshiende tiefgreifende Veränderungen in der katholischen Kirche durchaus möglich. Dazu zählt er die Abschaffung des priesterlichen Zölibats, aber auch die Möglichkeit, dass Frauen Priester werden. Beides sei aber letztlich kein Allheilmittel gegen leere Kirchen, räumte er ein.

Politik und Gesellschaft müssten immer wieder daran erinnert werden, dass das Materielle nicht das Wichtigste sei, sondern Liebe und Nächstenliebe, sagte Njimbi-Tshiende. "Wenn wir die Globalisierung nur im Sinne der Wirtschaft verstehen und die Menschlichkeit nicht beachtet wird, sind wir auf dem falschen Weg." Ndjimbi-Tshiende forscht inzwischen am Zentrum Flucht und Migration der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

KNA

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