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Bischöfe und Laien besorgt wegen Zahlen zu Kirchenaustritten

Trotz rückläufiger Zahlen bei Kirchenaustritten haben sich Bischöfe, andere kirchliche Spitzenvertreter und Laien besorgt gezeigt. Zwar verlor die katholische Kirche im vergangenen Jahr bundesweit mit 162.093 Menschen knapp 20.000 weniger als 2015. Dennoch bleiben die Zahlen auf hohem Niveau. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) meldete rund 190.000 Austritte, was ebenfalls einen Rückgang um 20.000 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

"Die Weitergabe des kirchlichen Glaubens ist uns bei jedem einzelnen Menschen, der sich entschlossen hat, auszutreten, nicht gelungen. Das tut uns natürlich weh", sagte der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Wir müssen so manches tun - vor allem in der Zuwendung zu den Menschen." Er ergänzte, die Kirche freue sich "über jeden Menschen, der in der Kirche (wieder) Orientierung findet, dessen Kind katholisch getauft wird, der sich vor Gott das Ja-Wort gibt".
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick empfahl der Kirche, missionarischer zu werden und um neue Mitglieder zu werben. Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann sagte, die Kirche müsse gerade in der aktuellen Umbruchszeit Menschen die Erfahrung von Glauben und Gemeinschaft bieten. Nach Ansicht des Passauer Bischofs Stefan Oster ist der abgeschwächte Abwärtstrend zwar erfreulich. Die anhaltend hohen Zahlen blieben jedoch ein Weckruf, "dass wir in unserer ersten Aufgabe der Evangelisierung nicht nachlassen dürfen".
Der Münsteraner Bischof Felix Genn sieht die Notwendigkeit, auf die Menschen zuzugehen und deutlich zu machen: "Wir sind keine Kirche der Ab- und Ausgrenzung." Der Limburger Bischof Georg Bätzing sieht als  Folge der Zahlen, "den Weg der Transparenz und Neuausrichtung konsequent weiterzugehen". Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt lenkte den Blick auf Zuzügler, von denen die Kirche profitieren könne: "Der Zuzug von polnischen Katholiken in den Grenzbereich bereichert unsere Gemeinden."
Trotz des aus demografischen Gründen erwartbaren Mitgliederschwundes in der Evangelischen Kirche im Rheinland sieht Präses Manfred Rekowski weiterhin eine sehr gute "Auftragslage" der Kirche. "Deshalb wird sie auch in Zukunft in Verkündigung, Seelsorge und Diakonie bei den Menschen bleiben und kreativ angemessene Formen authentischen Kircheseins entwickeln."

KNA

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