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Bischöfe rufen zu Ostern zum Einsatz für Frieden und Leben auf

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben zum Osterfest an Konflikte und religiöse Verfolgung in aller Welt erinnert - und zugleich auf die ermutigende Kraft der Osterbotschaft verwiesen. Es gehe darum, die österliche Perspektive des neuen Lebens und des Aufbruchs ernst zu nehmen, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, laut Redemanuskript am Ostersonntag in München. Sie gehöre zur christlichen Identität und inspiriere damit auch Europa. Der Erzbischof von München und Freising nannte es eine zentrale Aufgabe, die "Kultur der Freiheit" nicht zu verspielen.

Es gehe an Ostern nicht um Illusion oder eine Verdrängung der harten Realität, sagte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki im Kölner Dom. Es gebe dem Leben "mitsamt seinem Kreuz und Leid einen ungeheuren Tiefgang und Sinn", dass der gekreuzigte und auferstandene Jesus die Menschen in seine Lebensgemeinschaft aufnehme. Das Mitgefühl der Christen gelte tausenden Flüchtlingen und jenen Kopten in Ägypten, die am Palmsonntag ihr Leben verloren hätten.
Der koptisch-orthodoxe Bischof in Deutschland, Anba Damian, rief auch zum Gebet für Gewalttäter auf. "Kein Kind wird als Gewalttäter geboren, sondern als Ebenbild Gottes." Die Gläubigen sollten dafür beten, "dass ihre Herzen das Böse erkennen und sich zum Guten wenden".
An verfolgte und bedrohte Christen weltweit erinnerte auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger kritisierte, dass einige wenige Menschen die eigenen Machtinteressen über das Leben unschuldiger Kinder, Frauen und Männer stellten. Er erinnerte an die Terroranschläge in St. Petersburg, Stockholm und auf Kirchen in Ägypten sowie an die Opfer der Hungerkatastrophe in Ostafrika und den Krieg in Syrien.
Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße bezeichnete Ostern als "Begründung und Einladung dafür, die Kultur des Humanen zu bewahren und zu stärken". Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker rief dazu auf, sich für das menschliche Leben zu engagieren. Er nannte es wichtig, "sich stark zu machen für die Würde von Kindern, Behinderten, psychisch Kranken und ihren Angehörigen".
Berlins Erzbischof Heiner Koch würdigte die Erfolge der modernen Forschung. Sie würden jedoch von der Gefahr der Selbstüberschätzung und Selbstüberforderung begleitet. Die Lebenserfahrung lehre jedoch, "dass erfüllt zu leben nicht bedeutet, alles leben zu können, sondern in und mit seinen Grenzen erfüllt zu leben".
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, angesichts von Terror, Krieg und Krankheit seien Ermutigung und Stärkung in diesen Tagen besonders wichtig. Ostern wolle den Menschen Mut machen. Kern der Osterbotschaft sei, "dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben".

KNA

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